Traumabearbeitung und Traumaberatung

Unterschiedliche Lebensereignisse können schwer zu verkraften sein und haben möglicherweise sogar eine traumatisierende Wirkung. Die meisten Menschen haben eine vage Vorstellung davon, was traumatisierend wirken kann: Persönliche Schicksalsschläge und Erlebnisse unterschiedlichster Art, Naturkastastrophen oder auch Flucht- und Kriegserfahrungen. Darüber hinaus aber auch der (durch Gewalt/Fremdeinwirkung verursachte) Verlust eines nahestehenden Menschen oder auch Opfer eines Verbrechens zu werden. Vor allem diese so genannten „Man-Made-Disaster“ (Menschen-gemachte-Traumata; Typ II – Traumata) können tiefgreifende und schwere psychische Traumafolgestörungen auslösen.

Trauma?

Als soziales Wesen verfügen wir Menschen über Mitgefühl. Diese Tatsache lässt uns unter Umständen auch „mit-leiden“. Aus diesem Grund kann es auch sein, dass wir als Zeuge eines solchen Ereignisses überfordert sein können, wodurch unsere Seele zu zerreißen drohen kann. Daher sollten seelische Verletzungen ebenso sorgfältig versorgt und behandelt werden, wie dies in der Regel auch bei körperlichen Wunden der Fall ist. „Trauma“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Wunde“. Akute traumatische Situationen stellen im jeweiligen Erleben eine extreme existenzielle Bedrohung dar. Diese Bedrohung kann sich auf das körperliche und/oder das seelische Erleben beziehen. Wird eine solche Situation wahrgenommen, werden Stresshormone ausgeschüttet, welche die Kommunikation zwischen Amygdala und Präfrontalem Cortex stören. Zugleich bereitet uns das Reptiliengehirn darauf vor, auf die wahrgenommene Bedrohung zu reagieren (Fight/Flight/Freeze).

Das dreigliedrige Gehirn: Die Eidechse als Stellvertreter für das Reptiliengehirn (Fight/Flight/Freeze); die Katze für das Limbische System (Emotionale Schaltzentrale) und die Eule als Stellvertreter für den Präfrontalen Cortex (Rationales Denken, Bewusstes Entscheiden, …)

Als Überlebende von Traumatisierungen kann es für den weiteren Lebensverlauf darauf ankommen, inwieweit die traumatische Erfahrung als Erinnerung integriert wurde. Gerade Ereignisse, die trotz all unserer Bemühungen gegen unseren Willen und trotz unserer möglicher Versuche, etwas zu verhindern stattfanden, können zu Abspaltungen und Fragmentierungen führen. An dieser Stelle ist auch die Rede von der sogenannten „Traumafalle“: Das Gefühl, nichts tun zu können, um sich oder andere aus der extremen Not herauszuhelfen.

Dieser Schutzmechanismus (Abspaltung/Fragmentierung) unseres Gehirns ist einerseits zwar sinnhaft, andererseits aber kann er an Grenzen stoßen und Symptome verursachen: Durch Flashbacks und Trigger (Geräusche, Gerüche, …) können diese Erinnerungen wieder reaktiviert werden und der Ablauf in unserem Gehirn gleicht dem der damaligen akuten Situation. Wir können in diesem Moment nicht rational abwägen, dass der jetzige Umstand etwas ganz anderes ist, da die Kommunikation zwischen dem limbischen System und dem Präfrontalen Cortex durch das „Stresserleben“ und die damit verbundene Cortisolausschüttung gestört wird. In diesen Momenten ist auch der Zugriff auf unser Gedächtnis (Hippocampus) blockiert. Ein traumatisiertes Gehirn ist nicht gut darin, situationsangemessen und ausbalanciert zu reagieren, wodurch das Nervensystem in erhöhter Alarmbereitschaft ist (Hyperarousal). Eine dauerhafte hohe Cortisolausschüttung, durch dauerhafte Anspannung im Sinne einer möglicherweise chronofizierten Traumatisierung/Traumafolgestörung, kann dazu beitragen, dass unser Körper weniger Immunabwehrzellen bildet, wir also anfälliger für Infektionen und Krankheiten sind. Weitere Begleiterscheinungen können sein: verlangsamte Wundheilung, Schlafstörungen oder auch erhöhter Entzündungswerte. Darüber hinaus kann eine erhöhte Reizbarkeit durch das subjektive Stresserleben eine Begleiterscheinung sein.

„Ganz normales Verhalten“

Die eigenen Symptome zuordnen zu können, kann bereits ein erster Schritt sein, um ein gewisses Maß an Leid lindern zu können. Dies bedeutet zu verstehen, dass sich normale Krankheitszeichen aufgrund einer traumatischen Situation entwickelt hatten.

Gleichsam wichtig ist zu erwähnen, dass nicht jeder traumatisierte Mensch auf die gleiche Weise reagiert. Das Kontinuum reicht von Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) oder dissoziativer Identitätsstörung (DiS) bis hin zu sozialem Rückzug, Passivi- oder Agressivität sowie Schlafstörungen.

Traumaberatung

Ziel einer Traumaberatung ist es, ein Verstehen möglich zu machen und dadurch wieder einen anderen Zugang zu sich selbst bekommen zu können. Durch das Verstehbar-machen („Symptome haben einen Sinn bzw. guten Grund“) können sich neue Möglichkeiten eröffnen, etwas zu tun, um die Symptome zu überwinden. In diesem Kontext sprechen Traumapädagogen- und Therapeuten vom Begriff der „Selbstbemächtigung“. Dadurch kann insgesamt ein Gefühl der Kontrolle über innere und äußere Vorgänge wiedererlangt werden.

An- und Zugehörige können diese Möglichkeit gleichsam zu nutzen, um ein tieferes Verständnis für die Situation eines betroffenen Menschen entwickeln zu können.

Traumaberatung (bzw. Traumapädagogik) kann auch als Bindeglied auf dem Weg zur Traumatherapie verstanden werden.

Ablauf und Ansprechpartner

Melden Sie sich gerne über das Kontaktformular oder via Telefon (06047 38 68 651), um ein Erstgespräch zu vereinbaren.

Die Gespräche finden in der Regel in den Räumlichkeiten in 63674 Altenstadt statt. Individuelle Vereinbarungen können hier allerdings getroffen werden, sodass auch weitere, passende Settings geschaffen werden können, dazu zählen z.B. „Walkie Talkies“ (Spaziergänge).

Ihr Ansprechpartner ist Timm Kraft.

Kosten

Die Kosten belaufen sich auf 95 Euro / 60 Minuten. Die Abrechnung erfolgt per Rechnung. Die Kosten müssen selbst getragen werden.

Individuell abweichende Regelungen, z.B. längere Termine, sind nach Vereinbarung möglich. Menschen in sozialen Notlagen und/oder finanziell herausfordernden Situationen komme ich gerne entgegen.

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